Varikosis

Das Volksleiden

Krampfadern, auch Varikosis genannt, sind in Deutschland weit verbreitet. Laut dem Venenkompetenzzentrum VenaZiel Berlin leiden etwa 20 Prozent der Deutschen an behandlungsbedürftiger Varikosis.

Thomas Schulze
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Kein Zweifel: Krampfadern sind ein Volksleiden. Menschen aus städtischen wie ländlichen Gebieten klagen darüber ebenso wie jüngere und ältere, mit und ohne Vorerkrankungen. Da Krampfadern oft mit einem schwächeren Bindegewebe und Venenklappenschwäche einhergehen, spielen genetische Vorbelastung und Lebensstil, etwa viel Stehen oder Übergewicht, eine Rolle. Generell sind Frauen etwa drei Mal häufiger betroffen, doch auch Männer entwickeln immer wieder Krampfadern. Laut VenaZiel liegt die höhere Erkrankungsquote von Frauen unter anderem an hormonellen Faktoren, einem im Allgemeinen etwas schwächeren Bindegewebe und nicht zuletzt an Schwangerschaften. 

Individuell behandeln

Die Behandlungen sind in Deutschland recht vielfältig und richten sich nach Ausprägung und individuellen Gegebenheiten. Häufig angewendet wird etwa die Kompressionstherapie. Dabei kommen Kompressionsstrümpfe zum Einsatz, die die Durchblutung fördern, Beschwerden lindern und Komplikationen vorbeugen. 

Eine weitere Methode im Kampf gegen Krampfadern ist die Sklerotherapie, also die Verödung der Krampfadern. Sie ist geeignet für kleinere oder mittelgroße Varizen. Dabei wird ein Mittel, meist in Schaumform, gespritzt, das eine Vernarbung der Vene auslöst. Das Ganze erfolgt ambulant ohne Schnitte oder Betäubung, ist wiederholbar und gilt als risikoarm.
Darüber hinaus gibt es minimalinvasive thermische Verfahren. Dazu zählen die Lasertherapie (EVLT) und die Radiofrequenztherapie (RFT). Beide Methoden nutzen Wärme, um die betroffene Krampfader von innen zu verschließen, anstatt sie operativ zu entfernen. Während der Behandlung wird ein Katheter oder Laser unter örtlicher Betäubung in die Vene eingeführt, die Venenwand erhitzt, wodurch sich die Vene zusammenzieht und verschließt. Der Körper baut die verschlossene Vene anschließend ab. 

OP als letztes Mittel

Angewendet werden auch operative Methoden. Eine davon ist die Miniphlebektomie. Bei dem minimalinvasiven Verfahren werden die betroffenen Venen über kleine Hautstiche mithilfe von speziellen Haken entfernt, ohne dass größere Schnitte oder Nähte erforderlich sind. Seltener sind Operationen wie Crossektomie und Venenstripping. Bei der Crossektomie wird ein Schnitt in der Leiste oder Kniekehle gemacht, um die krankhaft erweiterte Stammvene an ihrer Einmündungsstelle ins tiefe Venensystem abzutrennen und alle Seitenäste abzubinden. Als zweiter Schritt wird dann beim anschließenden Venenstripping eine Sonde in die Vene eingeführt und diese durch Herausziehen der Sonde entfernt.

Erschienen September 2025 in Unsere Gesundheit