Varikose Behandlung

Starke Venen, schöne Beine

Wenn die Temperaturen steigen, beginnt die Zeit von Shorts und Sommerkleidern – und damit rücken auch die geschlängelten bläulichen Venen an den Beinen in den Fokus. Wer in den heißen Wochen unbeschwert Haut zeigen möchte, sollte sich jetzt um seine Krampfadern kümmern. Aber auch medizinisch ist die Behandlung im Winter sinnvoll.

Katharina Lehmann
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In Deutschland gelten Venenerkrankungen als Volksleiden: Schätzungen zufolge leidet jeder fünfte Deutsche unter Varizen, also krankhaft erweiterten, oberflächlichen Venen. Krampfadern entstehen, wenn die Venenklappen in den Beinvenen nicht mehr richtig schließen und das Blut in Richtung Füße zurücksackt. Die Gefäße weiten sich, es kommt zu Druckgefühl, schweren Beinen, Schwellungen – im späteren Verlauf sind die typischen bläulich hervortretenden Stränge sichtbar. Begünstigt wird das durch genetische Veranlagung, schwaches Bindegewebe, Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel, stehende oder sitzende Tätigkeiten sowie Schwangerschaften.

Mehr als nur ein kosmetisches Problem

Medizinisch ist die Varikose mehr als ein kosmetisches Problem: Unbehandelt, kann sie zu Hautveränderungen, Entzündungen und im Extremfall zu offenen Beinen führen. Wichtig ist deshalb die frühzeitige Behandlung der Krampfadern. Nach der Diagnose mithilfe der Duplex-Sonografie, einer Ultraschalluntersuchung, bei der Form und Funktion der Beinvenen sichtbar werden, wählen Phlebologinnen und Gefäßchirurgen zwischen verschiedenen Verfahren: Kompressionsstrümpfe lindern Beschwerden und verlangsamen das Fortschreiten, beseitigen Krampfadern aber nicht. Für eine nachhaltige Besserung sorgen minimalinvasive Methoden wie endovenöse Lasertherapien, bei denen die Krampfadern von innen verschweißt werden, Sklerotherapie (Verödung) sowie klassische operative Verfahren wie das Stripping, wobei die Vene über einen Schnitt in der Leiste aufgefädelt und dann herausgezogen wird.

Gerade wenn eine OP in Betracht gezogen wird, ist es sinnvoll, nicht bis zum Sommer zu warten. Denn ein solcher Eingriff ist während der kühleren Monate komfortabler. Die Wunde, meist ein kleiner Schnitt in der Leiste, einem Bereich, in dem durch Hautkeime und die Reibung der Unterwäsche ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, heilt bei kühleren Temperaturen besser. Außerdem müssen Patienten nach dem Eingriff unbedingt über mehrere Wochen Kompressionsstrümpfe tragen. Die dicken Strümpfe können bei Sommerhitze durchaus unangenehm werden.

Erschienen April 2026 in Unsere Gesundheit