Wenn Algen zu Robotern werden
Oftmals entwickeln sich aus guten Ideen spannende Lösungen, die wirtschaftlich erfolgreich sind und zugleich das tägliche Leben verbessern. Deutschland behauptet sich im internationalen Vergleich.
Mikroalgen sind hervorragende Schwimmer. Sie erreichen dank der Brustschwimmbewegung der kleinen Fühler an der Vorderseite Geschwindigkeiten von bis zu 115 Mikrometern pro Sekunde. Das entspricht rund zwölf Körperlängen pro Sekunde. Forschende des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme haben nun die nur zehn Mikrometer großen Algen mit magnetischen Nanopartikeln beschichtet, um sie mittels äußerer Magnetfelder durch Mikrokanäle zu lenken. Trotz dieser Zusatzlast behielt die Alge ihre beeindruckende Schwimmkraft bei, selbst in viskoser Flüssigkeit wie Schleim. Den Forschenden eröffnet das ganz neue Chancen, etwa in der minimalinvasiven Medizin. So zählt zu den möglichen Anwendungen dieser biologischen Mikroroboter die gezielte Medikamentenabgabe in Gefäßen des menschlichen Körpers. Die Forschung macht deutlich, wie lebendige Mikrosysteme Medizin neu definieren könnten.
Innovativ bei neuen Technologien
Solche Innovationen sind für die deutsche Volkswirtschaft vor allem in den Schlüsselindustrien – wie zum Beispiel der Pharmabranche – wichtig. In diesem Sektor sind inklusive vieler Biotech- und Medizintechnikunternehmen in Deutschland neben großen Konzernen auch viele innovative Mittelständler und Familienunternehmen angesiedelt, die mit neuen Produkten und neuen Technologien ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes sind. Insgesamt steht Deutschland im internationalen Innovationsvergleich im oberen Mittelfeld. So erreicht das Land unter 35 Volkswirtschaften, die der Innovationsindikator analysiert, aktuell Rang zwölf, büßt aber gegenüber dem Vorjahresbericht zwei Plätze ein. Immerhin hält die Bundesrepublik den zweiten Platz unter den großen Industrieländern.