Nachhaltige Verkehrskonzepte

Alternativ von A nach B

Mehr als 49 Millionen Autos sind derzeit in Deutschland zugelassen. Die meiste Zeit stehen sie – ob im Stau oder ungenutzt am Straßenrand. Die Mobilität von morgen sucht derzeit neue Wege.

Katharina Lehmann
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Mobilitätsforscher Andreas Knie geht regelmäßig zu Fuß. Und damit ist er nicht alleine: „Seit der Pandemie ist der Anteil der Wege, die zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden, stark angestiegen“, hat der Leiter der Forschungsgruppe „Digitale Mobilität und gesellschaftliche Differenzierung“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung im Rahmen der alle sieben Jahre erhobenen Mobilitätsmessung festgestellt. Und das ist auch gut so. Denn zu Fuß seien wir viel mobiler, könnten uns besser bewegen, vor allem auf kurzen urbanen Wegen. 

Verschiedene Verkehrsmittel kombinieren

Um gerade in der Stadt schnell, bequem und barrierefrei ans Ziel zu kommen, braucht es zum einen mehr Platz für alternativen Verkehr – mehr Platz für sichere und angenehme Rad- und Fußwege. Zum anderen aber auch die Kombination der verschiedenen Verkehrsmittel wie Fahrrad und E-Scooter, Bus und Bahn. Und auch das Auto spielt für Knie in einem solch umfassenden Mobilitätskonzept weiterhin eine Rolle – allerdings anders, als es heute genutzt wird: Statt ein eigenes Auto zu besitzen, das 90 Prozent des Tages steht, fordert Knie Konzepte, mit denen man ein geteiltes Auto ausschließlich dann nutzt, wenn man es denn braucht. Solche Sharing- und On-Demand-Konzepte könnten sowohl den öffentlichen Raum in der Stadt entlasten und auf dem Land auch abgelegene Regionen zugänglich machen. Möglich werden könne eine solche alle Verkehrsmittel kombinierende Mobilität dank digital vernetzter Plattformen.

Klimaneutralität im Fokus

Immer wichtiger wird aber in Stadt und Land die Klimaneutralität. Im vergangenen Jahr verursachte allein der Verkehrssektor in Deutschland rund 143,1 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Das sind mehr als 20 Prozent der gesamten in Deutschland ausgestoßenen Treibhausgase. Abhilfe schafft hier die Elektromobilität – vor allem dann, wenn der Strom zunehmend aus grünen Quellen stammt. Aber auch klimaneutrale Kraftstoffe, hergestellt zum Beispiel aus Wasserstoff, können helfen, unsere Mobilität grüner zu gestalten.

Erschienen September 2025 in Unsere Zukunft

~ 61 Mio. Fahrzeuge waren zum 1. Januar 2025 in Deutschland amtlich zugelassen. Dazu zählen neben den 49,3 Millionen Pkws auch Lkws, Busse, Motorräder und Roller.