„KI: Jahrhundertchance für Deutschland“
Im Gespräch mit Rainer Holler, CEO der VIER GmbH, über die AI Economy, Datensouveränität und warum wir eine europäische Cloud brauchen.
Herr Holler, der KI-Markt befindet sich in einer Phase raschen technologischen Fortschritts. Doch laut einer Studie von McKinsey fehlt 79 Prozent der Unternehmen die KI-Kompetenz…
Rainer Holler: Tatsächlich liegt das größte Risiko für Unternehmen gar nicht in der KI-Technologie, sondern in Daten, Prozessen, Compliance und Kultur. Nur wer diese Stolpersteine frühzeitig adressiert, kann die möglichen Effizienzgewinne realisieren und AI zum echten Werttreiber machen – anstatt in der Statistik der gescheiterten Unternehmen zu landen.
Wer KI verschläft, gefährdet das Unternehmen?
Rainer Holler: Ganz klar, ja. Wer die Bedeutung von KI nicht erkennt, verpasst den Anschluss. Denn mit Agentic AI und AI Agents, die autonom wie ein Team zusammenarbeiten, zündet bereits die nächste Stufe intelligenter Automatisierung. Wir betreten die AI Economy und hier entsteht Wirkung durch die Einbettung der Technologie in ein Ökosystem aus Prozessen, Daten und Partnern. Es geht darum, KI über Abteilungen hinweg zu orchestrieren und nahtlos in bestehende CRM- oder ERP-Systeme zu integrieren.
Ihrer Ansicht nach ist KI für Deutschland eine Jahrhundertchance – warum?
Rainer Holler: Weil sich Unternehmen hier oft in Abhängigkeit von US-Anbietern und Cloud-Hyperscalern begeben. Angesichts der geopolitischen Spannungen drohen jetzt Probleme mit der Compliance und der Verlust der Datensouveränität. Stellen Sie sich vor, morgen schalten die USA einfach Amazon, Google und Azure in Europa ab. Klingt nach Verschwörungstheorie? Ist es leider nicht. Aber: Es gibt gute KI-Lösungen aus Deutschland, mit denen sich alle Anforderungen an Integration, Transparenz, Compliance und Datensicherheit leicht erfüllen lassen – Stichwort Geopatriation. Wir alle brauchen die europäische Cloud-Strategie. Unabhängig von US-Hyperscalern zu werden, ist jetzt der einzig richtige Weg!