Mehr Resilienz durch kommunale Partnerschaften
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Vom Bevölkerungsschutz über die Energieversorgung bis hin zur nachhaltigen Stadtentwicklung – die mehr als 260 Partnerschaften zwischen deutschen und ukrainischen Kommunen zeigen eindrucksvoll, wie internationale Zusammenarbeit die Resilienz von Kommunen stärken kann – in der Ukraine ebenso wie in Deutschland.

Kommunale Partnerschaften sind dabei weit mehr als nur ein kultureller Austausch. Kommunen entwickeln gemeinsam Lösungen für lokale und globale Herausforderungen.
    
Seit Beginn des vollumfänglichen russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hat sich die Zusammenarbeit der deutschen und ukrainischen Kommunen intensiviert und die Zahl der Partnerschaften mehr als verdreifacht. Deutsche Kommunen bringen ihre Solidarität zum Ausdruck und unterstützen ihre ukrainischen Partner gezielt – etwa mit Generatoren, medizinischer Ausstattung oder Fahrzeugen für die kommunale Infrastruktur. Kommunen können dabei besonders schnell reagieren. Durch den direkten Austausch wissen sie genau, welche Unterstützung auf ukrainischer Seite dringend benötigt wird. Die Stadt Leipzig, zum Beispiel, hat unmittelbar zu Beginn des Angriffskriegs Kontakt mit ihrer Partnerstadt Kyjiw aufgenommen, einen Koordinierungsstab eingerichtet und die ukrainischen Partner mit einem Hilfsbudget und Spenden unterstützt. Auch das Bundesentwicklungsministerium unterstützt das Netzwerk der deutsch-ukrainischen kommunalen Partnerschaften. Für gemeinsame Projekte der Kommunen wurden seit 2022 rund 60 Millionen Euro bereitgestellt.

Diese Unterstützung trägt konkret dazu bei, die Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten. Wenn Stromversorgung, Rettungsdienste, Trinkwasserversorgung und andere kommunale Dienstleistungen trotz des Krieges funktionieren, stärkt das nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die Motivation und den Durchhaltewillen der Bevölkerung. So wurden bei einem Angriff auf einen Einsatztrupp der Gemeinde Tschuhujiw bei Charkiw wichtige Feuerwehrfahrzeuge beschädigt. Die deutschen Partner in Nordhorn identifizierten daraufhin ein verfügbares Einsatzleitfahrzeug und stellten dieses ihren ukrainischen Partnern zur Verfügung. Damit wird der lokale Zivilschutz direkt unterstützt.

Zwei Männer und eine Frau am Tisch, auf dem u. a. Flaggen von Deutschland und Ukraine stehen
Der unmittelbare Kontakt ist die große Stärke kommunaler Beziehungen
Bildquelle: H.-R. Scheibe


Was das für die Menschen vor Ort bedeutet, fasst ein ukrainischer Bürgermeister folgendermaßen zusammen: „Den Krieg werden wir auf kommunaler Ebene nicht beenden. Die Generatoren und die Unterstützung sind sehr hilfreich, was aber genauso wichtig ist, sind die zahlreichen Online-Meetings und Telefonate mit unseren deutschen Freunden. Das Wissen, dass da jemand ist, der an unserer Seite steht - wir sind nicht allein“.

Von der Zusammenarbeit profitieren allerdings auch die deutschen Kommunen. Ukrainische Städte und Gemeinden haben unter extremen Bedingungen umfangreiche Erfahrungen im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz gesammelt. Sie wissen, wie kommunale Dienstleistungen unter Dauerbelastung aufrechterhalten werden können und wie kommunale Infrastruktur resilienter werden kann, etwa durch dezentrale Lösungen in der Wasser- und Energieversorgung. Dieses Wissen ist für deutsche Kommunen wertvoll für die Stärkung ihrer eigenen Resilienz.

Auch gesellschaftlich entfalten die Partnerschaften eine wichtige Wirkung. Geflüchtete Menschen bringen Sprachkenntnisse, neue Sichtweisen, Kontakte und persönliche Erfahrungen in die Partnerschaftsarbeit ein. Durch das persönliche Engagement entsteht Zugehörigkeit, die sich auf Integration und das demokratische Miteinander vor Ort auswirkt.

Kommunale Partnerschaften gehen also weit über symbolische Solidarität hinaus. Sie stärken die Handlungsfähigkeit von Kommunen, in der Ukraine ebenso wie in Deutschland.

Das deutsch-ukrainische kommunale Partnerschaftsnetzwerk wird betreut von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Erschienen Juni 2026 in Unsere Zukunft

Engagement Global gGmbH
Friedrich-Ebert-Allee 40
53113 Bonn