Haarwachstum anregen

Hilfe bei kahlen Stellen

Haarwurzeln arbeiten normalerweise in einem Kreislauf: Sie lassen das Haar zunächst wachsen, schließen das Wachstum ab, das Haar fällt aus – und der Kreislauf beginnt von Neuem. Genetische Veranlagungen, hormonelle Veränderungen und andere Faktoren können dafür sorgen, dass dieser Kreislauf gestört wird und es zu einem anhaltenden Haarausfall kommt. Doch zumindest einigen Ursachen lässt sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln entgegenwirken.

Pia Wegener
Bildquelle: iStock / Getty Images Plus / LadadikArt

Etwa einen Zentimeter pro Monat wächst ein gesundes menschliches Kopfhaar. Rund 85 bis 90 Prozent der Kopfhaare befinden sich bei einem normalen Haarzyklus in der Wachstumsphase. Mit zunehmendem Alter gerät dieser Rhythmus jedoch bei vielen Menschen aus dem Gleichgewicht. Bis zum 70. Lebensjahr sind knapp 80 Prozent der Männer von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Aber auch Frauen bleiben davon nicht verschont: Rund 40 Prozent leiden unter dieser Form des Haarverlusts. Während bei Männern meist Haare an Stirn und oberem Hinterkopf betroffen sind, lichtet sich bei Frauen häufig der Scheitelbereich. Die Ursache für diese Art des Haarverlusts ist häufig eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber Dihydrotestosteron – einem Abbauprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron.

Haarausfall durch Autoimmunerkrankung

Doch Haarausfall ist nicht nur eine Frage des Alters. Beim kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache auch Alopecia areata genannt, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die in nahezu jedem Lebensalter auftreten kann. Dabei werden die Haare derart in ihrem Wachstum gestört, dass sie stellenweise oder büschelweise ausfallen. Neben dem Kopfhaar kann auch die übrige Körperbehaarung, darunter Augenbrauen und Wimpern, betroffen sein. Mit gezielten Behandlungen versuchen Dermatologen in diesen Fällen, das Haarwachstum wieder anzuregen. Da die Ursache jedoch nicht behoben werden kann, kommt es häufig zu Rückfällen.

Hormonelle Ursachen

Im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall kann hormonell bedingtem Haarausfall oft medikamentös entgegengewirkt werden. Helfen auch diese Mittel nicht, kann eine Haartransplantation als letzter Ausweg infrage kommen. Dabei werden gesunde Haare vom Hinterkopf entnommen, aufbereitet und in kahle Stellen am Vorderkopf verpflanzt. Nach einigen Monaten wächst dort neues Haar. Eine Transplantation ist allerdings die kostspieligste Option: Je nach Umfang des Eingriffs müssen die Patienten mit Kosten von 3.000 bis zu 10.000 Euro rechnen.

Stress reduzieren

Deutlich einfacher – und günstiger – ist es, wenn der Haarausfall auf äußere Faktoren zurückzuführen ist, etwa auf Stress oder eine unausgewogene Ernährung. Dann können schon kleine Veränderungen im Alltag sichtbare Wirkung zeigen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und weniger Stress können das Haarwachstum positiv beeinflussen. Auch spezielle Pflegeprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel können helfen, das Wachstum der Kopfhaare wieder anzukurbeln. Koffeinshampoos, Kopfhautmassagen oder eine nährstoffreiche Ernährung gelten als unterstützende Maßnahmen bei stressbedingtem Haarausfall.

Erschienen April 2026 in Unsere Gesundheit

80 % der Männer sind bis zum 70. Lebensjahr von erblich bedingtem Haarausfall betroffen.

Ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und weniger Stress können das Haarwachstum positiv beeinflussen.