Mehr Strom aus Sonne und Wind
Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet unaufhaltsam voran – zumindest im Stromsektor. Damit wird die Grundlage geschaffen, mehr Wärmepumpen und E-Autos mit Grünstrom betreiben zu können.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch kletterte 2024 von 52,9 auf 54,4 Prozent. Aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamts (UBA) zufolge wurde mit 284 Terawattstunden so viel Ökostrom erzeugt wie nie zuvor. Eine zentrale Rolle spielten Windkraft und Photovoltaik: Windenergieanlagen an Land und auf See erzeugten 138,9 Terawattstunden und blieben damit der größte Lieferant erneuerbarer Energie. Auch die Solarenergie legte deutlich zu. Dank eines massiven Photovoltaik-Zubaus in den Jahren 2023 und 2024 – insgesamt wurden über 30 Gigawatt zusätzlich installiert – überschritt die verbaute Gesamtleistung erstmals die 100-Gigawatt-Marke. Damit wurden 74,1 Terawattstunden Solarstrom produziert.
Grüne Lösungen haben Vorteile für alle
Durch den Einsatz erneuerbarer Energien konnten 2024 rund 256 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden – ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität bis 2045. Doch seit 2010 sind die Kosten des deutschen Stromsystems um 70 Prozent angestiegen. Strom- und Gaspreise lägen deutlich höher als in anderen Ländern, kritisiert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dabei ließen sich durch eine optimierte Energiewende und effizientere Maßnahmen bis 2035 Investitionen in Höhe von 370 Milliarden Euro einsparen, ohne die Klimaziele zu gefährden. Für Industrie und private Verbraucher könnten die Stromkosten um knapp 20 Prozent sinken. So forderte der Verband, auf teure Erdkabel beim Ausbau der Stromnetze zu verzichten, anteilig mehr Windräder an Land statt auf See zu errichten sowie Solaranlagen auf Freiflächen statt auf Dächern zu installieren.
Mehr Ökostrom ist die Grundlage, um mit der Wärme- und Verkehrswende voranzukommen. So können Wärmeerzeugungsanlagen, die fossile Energieträger nutzen, durch Wärmepumpen ersetzt werden, und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch E-Autos.
256 Millionen Tonnen CO2 konnten 2024 durch den Einsatz erneuerbarer Energien vermieden werden.